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Von links Ekkehard Kämmerer (Schatzmeister), Christoph Genzel (stellv. Landesvorsitzender), David Scharf (Landesvorsitzender), Alexander Paul (Beisitzer), Alexander Krauß (stellv. Landesvorsitzender)

Am vergangenen Samstag, den 8. Oktober hat sich in Dresden der Sächsische Landesverband der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) gegründet. Der bundesweit achte Landesverband hat gleichzeitig die Dresdner Erklärung beschlossen, um den Grundstein für seine künftige Arbeit zu legen.

„In Sachsen sind wir nun auch in der Christlich Demokratischen Union mit einer starken Stimme für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung von Menschen jeder sexuellen Identität aktiv.“, freut sich David Scharf, Landesvorsitzender der LSU Sachsen.
Mit der Dresdner Erklärung fokussiert der Landesverband sogleich seine zukünftige Arbeit auf das Thema Bildung, sowie integrative Kampagnen gegen Hassgewalt gegenüber LSBTIQ1-Menschen.

„Auch die Vernetzung mit zahlreichen Kooperationspartnern innerhalb und außerhalb der CDU liegt uns sehr am Herzen und ist wichtiger Grundstein unserer Arbeit.“, so Scharf weiter.

Der Landesverband legt dabei sehr großen Wert, in der inhaltlichen Arbeit auch mit externen LSBITQ1-Verbänden zusammenzuarbeiten. Da es der LSU Ost in der Vergangenheit gelungen ist, flächendeckend in ganz Sachsen Mitglieder für den Landesverband zu werben, ist der Vorstand des Landesverbandes sehr zuversichtlich, in Zukunft in jedem Winkel des Freistaats aktiv werden zu können. Bereits in der nächsten CSD-Saison wird die LSU Sachsen auf allen Veranstaltungen des Christopher Street Day und darüber hinaus auf Partei- und Aktionstagen sowie mit eigenen Veranstaltungen aktiv sein.

Beigefügt finden Sie die beschlossenen „Dresdner Erklärung“. Für Rückfragen steht Ihnen David Scharf, Landesvorsitzender der LSU Sachsen, gerne zur Verfügung.

1: LSBTIQ = Lesben, Schwule, Bi-, Trans-, Intersexuelle und queere Menschen

Pressemitteilung als PDF: pm-10-10-2016-gruendung-lsu-sachsen

 

Dresdner Erklärung“

 anlässlich der Gründung des LSU-Landesverbandes Sachsen am 8. Oktober 2016

Nach intensiven Vorbereitungen in den letzten Jahren ist nun der achte Landesverband der LSU in Deutschland und der zweite nach Berlin im Regionalverband Ost gegründet worden. Der Landesverband möchte seinen Mitgliedern Heimat und Identifikation als Sachsen sein.

In den letzten drei Jahren waren wir bei allen sächsischen Christopher Street Days vertreten und konnten so bereits die Aufmerksamkeit in der Community auf uns lenken. Es müssen jetzt aber weitere Schritte eingeleitet werden. Wir verstehen uns als Interessenvertretung für LSBTIQ in Sachsen und wollen erster Ansprechpartner bei LSBTIQ-Themen für unsere Mutterpartei, der CDU Sachsen, sein. Außerdem werden wir die Mitglieder der sächsischen Union und Mandatsträger für unsere Themen sensibilisieren.  Uns ist dabei bewusst, dass in Sachsen viel Arbeit vor uns liegen wird. Packen wir es gemeinsam an! Wir setzen auf Information und Aufklärung und wollen in einem ständigen Dialog mit der CDU stehen, um für unsere Werte und Ziele zu werben.

In der aktuell aufgeheizten politischen Lage werden wir uns als Minderheitenvertretung explizit gegen jegliche Diskriminierung und Hassgewalt einsetzen. Wir dürfen nicht zulassen, dass Menschen aufgrund ihrer Hautfarbe, Religion, Nationalität, sexuelle Orientierung oder geschlechtlichen Identität beleidigt oder sogar körperlich attackiert werden.  Wie der LSU-Bundesverband in der aktuellen Jahreskampagne „Nein zur Hassgewalt“ festgestellt hat, hat dies leider auch gegen über LSBTIQ-Menschen zugenommen. Dem werden wir uns entschieden entgegenstellen! Hier gilt das Null-Toleranz-Gebot! Wir werden auch nicht hinnehmen, dass rechtspopulistische Parteien oder Organisationen versuchen, Menschen gegeneinander auszuspielen. Wir verstehen uns als toleranter und weltoffener Verband, der jeden Menschen in seiner einzigartigen Würde anerkennt und frei von Vorurteilen behandelt.

Ein wichtiger Bestandteil auf dem Weg für mehr Toleranz und Akzeptanz von LSBTIQ- Menschen ist dabei die Bildung. Durch Bildung kann Kindern und Jugendlichen frühzeitig der Umgang mit verschiedenen Lebensweisen nähergebracht werden. Die Aufnahme von „Diversität und LSBTI“ in die Lehrpläne wäre ein wichtiger Anfang. Dieser könnte durch die Schulung der Lehrkräfte zu diesen Themen fortgesetzt werden. Die Verwendung des Wortes „schwul“ als Schimpfwort auf Schulhöfen, in Vereinen, Verbänden und am Arbeitsplatz ist nicht hinnehmbar. Durch diese werden auch Jugendliche, die in der Pubertät merken „anders“ zu sein, bei ihren Coming Out verängstigt, da sie mit negativen Folgen durch ihr Coming Out für sich selbst rechnen.

Unsere erste Aufgabe als Landesverband wird daher sein, uns dieser beiden Themen anzunehmen und mit Verantwortungsträgern sowie Mitgliedern darüber ins Gespräch zu kommen.  Unser Ziel ist es, aufzuklären und unsere Positionen innerhalb der sächsischen Union voran zu bringen. Schließlich werden wir uns auch weiterhin für die Öffnung der Ehe und die gemeinschaftliche Adoption für homosexuelle Paare einsetzen.

Wir laden alle sächsischen CDU Mitglieder und Interessierte dazu ein, mit uns ins Gespräch zu kommen, uns aktiv zu unterstützen und bei uns in der LSU Sachsen mitzuarbeiten.